Geschichte der Quirinuskirche

Wahrzeichen Essingens ist die weithin das Dorf überragende evangelische Quirinuskirche.
 
Eindeutig steht weder das Patrozinium noch die Erbauungszeit der Kirche fest. Im 13. Jahrhundert wurde der Turm als Wehrturm erbaut. Ursprünglich war er deutlich größer als die heutigen 36 Meter. Aufgrund eines Blitzschlages im 18. Jahrhundert erhielt er seine heutige Höhe.

Der Chor und das Kirchenschiff wurden als Saalkirche Anfang des 16. Jahrhunderts im spätgotischen Stil errichtet. Im 19. Jahrhundert baute man den Treppenturm im Süden der Kirche um. Statt der welschen Haube, die er bis dahin trug, wurde die heute vorhandene kleine Haube errichtet.

Im Zuge der Kirchenrenovierung von 1894 wurde die Kirche im Inneren im Jugendstil gestaltet. Bei der Kirchenrenovierung von 1964/65 entfernte man weite Teile dieser Ausschmückungen.

Grabungen während der grundlegenden Kirchenrenovierung 1964/65 erbrachten, dass mindestens eine Vorgängerkirche bestanden hat.

Neben bemerkenswerten Epitaphien der Renaissance fällt ein spätgotischer Kruzifixus aus der Erbauungszeit der jetzigen Kirche ins Auge. Fast lebensgroß aus bemaltem Holz, trägt die Figur des Gekreuzigten echtes Haar. Sie hing früher frei im Chorbogen der Kirche. Möglicherweise ist der Essinger Echthaarkruzifixus der Schule des berühmten Veit Stoß zuzurechnen.

Der Prospekt der Barockorgel auf der Chorempore der Kirche ist ein frühes Zeugnis des Orgelbaus in Württemberg. Er wurde um 1700 von dem Gmünder Orgelbauer Johann Christoph Herzer gebaut und ist, für sich genommen, denkmalgeschützt. Die von Säulen getragenen Emporen und die Kanzel der Kirche stammen aus der gleichen Zeit. Inwendig ist die Orgel neueren Datums. Sie wurde 1979 von Firma Link in Giengen mit 24 Registern und zwei Manualen gebaut. 1965 kam sowohl der Altar als auch der Taufstein neu in die Kirche und ersetzte Sandsteininventar aus dem 19. Jahrhundert.


Ausführlichere Informationen zur Quirinuskirche finden Sie in der Festschrift. Die Festschrift "450 Jahre Evangelische Kirchengemeinge Essingen" (in Auszügen).

Im Chor der gotische Marienkapelle auf dem Essinger Friedhof (Schiff wurde 1837 abgetragen) sind erst in jüngster Zeit wertvolle Fresken freigelegt worden. Biblisches und Legendäres aus dem Marienleben, sowie Heiligendarstellungen und Engelsfiguren sind an den Wänden des Chorraumes zu sehen.

Kirchenöffnung: Während die Quirinuskirche an allen Tagen des Jahres tagsüber für jedermann geöffnet ist, kann der Chor der einstigen Marienkirche nur an bestimmten Tagen bzw. nach Vereinbarung besichtigt werden.

Kontakt "Marienkirche":
Heimat- und Geschichtsverein
Rainer M. Gräter
Albuchstr. 39, 73457 Essingen
Telefon: 07365/1222