Diakonisches Projekt der Konfirmanden

im Pflegewohnhaus „Am Seltenbach“

 

Diakonie heißt gelebter christlicher Glaube und ist Dienst am Menschen, der Hilfe braucht. Eine solche Erfahrung können die Konfirmanden/innen auch beim Diakonischen Projekt im Pflegewohnhaus „Am Seltenbach“ sammeln. Ziel ist es, den Konfirmanden/innen einen Einblick in einen Arbeitsbereich der Diakonie zu ermöglichen (am Beispiel von älteren Menschen im Pflegewohnhaus) und zu erleben, wie gelebter Glaube am Beispiel von diakonischen Diensten sichtbar und spürbar wird.

In den letzten Jahren haben die Konfirmanden/innen schon die Haussammlung für die Diakonie durchgeführt. Außerdem hatten sie die Möglichkeit, beim Adventssingen für Hausgebundene am 1. Advent mitzumachen.

Das Diakonische Projekt ist noch umfangreicher und bietet einen tieferen Einblick in die Arbeit des Pflegewohnhauses der Johanniter (Mitglied im Diakonischen Werk).

Bereits im Konfirmandenunterricht gab es eine Einführung mit einem Fragebogen zum Thema des älter werden und des Alters. Außerdem wurden die einzelnen Arbeitsbereiche für das Projekt vorgestellt und alle Konfirmanden/innen konnten sich eine entsprechende Aufgabe aussuchen.

In den beiden darauf folgenden Wochen war dann jeweils eine Gruppe für drei Stunden im Pflegewohnhaus. Dort stellten wir uns zuerst mit zwei Liedern beim Kaffeetrinken der Bewohner vor. Im Anschluss gab es für uns Getränke und von den Bewohnern selbstgebackenen Kuchen. Frau Elke Ulonska, die Pflegedienstleiterin erzählte über das Pflegewohnhaus und die Arbeit mit den Bewohnern. Diese Einführung in die Arbeit wurde durch einen kleinen Rundgang durch das Haus und das Zimmer einer Bewohnerin (der wir an dieser Stelle nochmals herzlich danken möchten!) ergänzt.

Im Anschluss ging es für alle Konfirmanden/innen in die Arbeitsgruppen.

  1. Basteln mit den Bewohnern unter der Anleitung von Frau Dorothea Fischer von der Alltagsgestaltung.
  2. Spaziergang durch das Dorf mit Bewohnern, die mit dem Rollstuhl geschoben werden müssen, oder die Begleitung vom Menschen, die mit oder ohne Rollator unterwegs sind.
  3. Spielen von Brettspielen mit großen Figuren unter Begleitung.
  4. Interview von Bewohnern, Mitarbeiterinnen und Konfirmanden.
  5. Fotografieren der einzelnen Projektgruppen sowie der Einrichtung selbst.
  6. Besuch mit eigenen Haustieren (Hunden) bei den Bewohnern.
  7. Gestalten von Holz-Fingerkreuzen zusammen mit einigen Bewohnern.

Den mitwirkenden Erwachsenen sei an dieser Stelle nochmals ein herzlicher Dank ausgesprochen!

 

Die Gruppen sollten das Material für die Präsentation des Projekts zusammenstellen, das jetzt auf Plakaten im Pflegewohnhaus und in der Evang. Kirche präsentiert wird.

Im Anschluss an die Phase in den Projektgruppen gab es eine erste Auswertung über die Erfahrungen und Eindrücke in den Gruppen. Alle Konfirmanden/innen waren um eine oder mehrere Erfahrungen reicher, als sie nach Hause gingen.

 

Im Konfirmandenunterricht fand dann die endgültige Auswertung statt. Außerdem wurden dort die Plakate für die Präsentation fertig gestellt.

Das Diakonische Projekt der Konfirmanden im Pflegewohnhaus wirkt auch weiter. Die Konfirmanden haben Erfahrungen im Umgang mit alten Menschen und mit dem Pflegewohnhaus gesammelt. Dies wird auch in Rückmeldungen deutlich, die die Konfirmanden am Ende des Projekts mündlich und auch schriftlich mitgeteilt haben. Hier einige Auszüge aus ihren Erfahrungen:

„Dass der Umgang mit alten Menschen gar nicht so schlimm ist. Manche von ihnen sind noch fit und kontaktfreudig. Das Projekt hat Spaß gemacht. Die alten Menschen freuen sich, wenn sie ein bisschen Aufmerksamkeit von Jugendlichen bekommen. Jedes Zimmer im Pflegewohnhaus ist ganz anders (individuell) eingerichtet. Auch wenn die Menschen nur zuhören sind sie fröhlich. Im Pflegewohnhaus ist es sehr farbenfroh und freundlich. Dass man erfährt, wie es ist, wenn man alt ist. Dass viele Menschen gleichen Alters miteinander sein können, wie wir in der Schule, das finde ich gut. Ich schätze jetzt mehr, was ich machen kann, weil die Erfahrung, viele Menschen zu sehen, die nicht mehr laufen oder sehen können, hat mich sehr getroffen. Dass sie trotz ihrer eingeschränkten Fähigkeiten noch fröhlich leben können."

 

Die von den Konfirmanden und Bewohnern gebastelten Holz-Fingerkreuze wurden beim ökumenischen Gottesdienst zur Weihnachtsfeier an die Pflegedienstleitung überreicht.