Bergwochenende für Männer
im Großen Walsertal

Das „9. Essinger Bergwochenende für Männer“ vom 24.-26.Oktober 2008 führte 13 Teilnehmer unter der Leitung von Pfarrer Christoph Bäuerle und Eugen Huber auch dieses Jahr wieder nach Buchboden bei Sonntag im Großen Walsertal.

 

Der Gasthof „Kreuz“ und das wunderbare herbstlich warme Wetter boten optimale Voraussetzungen für ein gelungenes Wochenende. In unseren beiden abendlichen Männergesprächen befassten wir uns mit wesentlichen „Wendepunkten“ unseres Lebens. Am ersten Abend diente uns dazu die Lebensgeschichte von Joseph mit seinen schlimmen (Verkauf durch die Brüder und Zeit im Gefängnis) und seinen erstaunlichen Wendepunkten (Aufstieg und Karriere in Ägypten). An Josephs rückblickender Antwort an seine nach Ägypten nachgezogenen Brüder „Ihr gedachtet's böse mit mir zu machen; aber Gott gedachte es gut zu machen“ (1.Mose 50,20) wurde uns tröstlich klar, dass auch gerade unangenehme Wendepunkte zu einem besonderen Segen führen können.

Nach einer morgendlichen Meditation ließen wir uns dann am Samstag mit einem Kleinbus aus dem nebelverhangenen Buchboden (910 m) über ein steiles und ausgesetztes Bergsträßchen zur Klesenzaalpe (1589 m) hinaufbringen. Bald lag der Nebel unter uns im Tal und wir befanden uns bei strahlend blauem und klarem Himmel in einer herrlichen herbstlichen Bergwelt. Von der Klesenzaalpe am Fuße der Roten Wand (2704 m) stiegen wir dann nach einem sehr feuchten Bachübergang steil hinauf über das Sättele zur Oberen Laguzalpe (1854 m).
 
In der warmen Mittags­sonne bot uns das niedrige und flache Dach einer Almhütte eine ideale Rastmöglichkeit mit weiten Fernblicken. Für einen Teil der Gruppe war die Laguz­alpe bereits der „Wendepunkt“. Die andern wanderten weiter über einen Grat (1978 m) hinunter zum Formarinsee und zur leider bereits geschlossenen Freiburger Hütte (1916 m). Herrlich der Blick über den Formarinsee hinweg zu den Steilwänden der Roten Wand. Das wunderbare Wetter und die herrliche Berglandschaft verführten uns dazu, die Wanderroute zu erweitern und den Weg um die ganze Rote Wand herum fortzusetzen. Nach dieser doch schon etwas strapaziösen Tour brachte uns dann der Bus von der Klesenzaalpe wieder hinunter in das inzwischen wieder neblige Buchboden.

 

Das zweite abendliche Männergespräch bot jedem Gelegenheit, über persönliche Wendepunkte des Lebens (Elternhaus, Ausbildung, Beruf, Heirat, Freundschaften, Ruhestand) zu berichten anhand einer Lebensschnur, deren Biegungen die Wendepunkte markierten. Auch diese individuellen Wendepunkte führten vor Augen, dass Gott unser Leben oft über schwer verstehbare Wendepunkte, auch über die zukünftigen, zum Ziel führt. Wie am Vortag klang der Abend aus mit einem Plausch in gemütlicher Runde bei Rotwein und Richards Hefezopf.

Der Sonntag begann mit einem meditativen Gang durch ein Labyrinth am Ufer des Lutzbaches. Der Weg durch die Windungen und Wendepunkte von der Peripherie zum Zentrum des Labyrinths wurde für uns zum Symbol für unseren Weg hin zu Gott. Nach dem Frühstück ging's mit der Seilbahn von Sonntag hoch nach Stein und in einstündigem Aufstieg zur Wandfluh, einem einmaligen Aussichtspunkt steil über dem im Tal liegenden Buchboden. Dort wurde das gemeinsame Bergabendmahl in der herrlichen Berglandschaft zum Höhepunkt und bewegenden Abschluss unseres Wochenendes. Dankbar für das Zusammensein in einer harmonischen Gemeinschaft, für die Gelegenheit zur Begegnung und zum offenen Gespräch, für das gegenseitige Verständnis, für Momente der Stille, für das gemeinsame Singen und Wandern nahmen wir Abschied von Buchboden. Herzlich danken wir Pfarrer Christoph Bäuerle und Eugen Huber für alle Arbeit und Mühe, um das Bergwochenende für uns alle zu einem großen Erlebnis zu machen.

Manfred Reichert