ChurchNight 2011 Bericht und Bilder

Bericht und Bilder der ChurchNight 2011 in Lauterburg

Fotos: 1-5,7,11-15 Uwe Maier, 6,8-10 Susanne Rötter

Bericht: Susanne Rötter

Die Freiheit im Glauben ausleben

An verschiedenen Stationen in der Kirche wurden bei der Church-Night Kärtchen mit Segenssprüchen an die Besucher verteilt. Im Bild holt sich eine Gottesdienstbesucherin ein solches bei einem Mitarbeiter ab. (Foto: sus)

An verschiedenen Stationen in der Kirche wurden bei der Church-Night Kärtchen mit Segenssprüchen an die Besucher verteilt. Im Bild holt sich eine Gottesdienstbesucherin ein solches bei einem Mitarbeiter ab. (Foto: sus)

Am Reformationstag wurde in Lauterburg die Church-Night zum Thema „Ich bin so frei“ gefeiert

 

Wer innerlich frei ist, kann sich entfalten und sein Leben und die Gesellschaft gestalten. Er kann sagen: „Ich bin so frei.“ So lautet auch das Thema der Church-Night 2011. Am Montagabend feierten die evangelischen Kirchengemeinden Essingen und Lauterburg gemeinsam in der evangelischen Kirche in Lauterburg die besondere Kirchennacht, die vom Posaunenchor und der Band „LayBack“, dem Chor und den Konfirmanden mitgestaltet wurde.  

 

Essingen-Lauterburg. Der Glaube an Jesus Christus befreie von dem Zwang, Christsein nach Regeln und Moralvorstellungen zu gestalten. Leben beginne mit Gottes „Ja“ zu uns. Pfarrer Gerhard Brüning versuchte in seiner Predigt das Gleichnis des verlorenen Sohnes aus dem Lukas-Evangelium unter dem Aspekt der Freiheit neu auszulegen. Eine Geschichte über zwei Söhne. Der eine scheitert an dem Versuch der Freiheit und der andere an seinem Pflichtgefühl. Man könne sich – und dies sei ein ganz großes Geschenk in unserem Land – völlig frei entscheiden wie man leben wolle, mit dieser Feststellung begann Pfarrer Brüning sein Gedankenspiel.Doch bei all der Freiheit, die uns vergönnt sei, könne man ganz schnell an Grenzen stoßen, die in einem selber liegen oder an die Grenzen gewisser Lebensumstände. „Eine unbegrenzte Freiheit scheint es wohl doch nicht zu geben.“ Unbegrenzte Freiheit, so Pfarrer Brüning, könne auch ausarten in eine ganz erbarmungslose Diktatur, zum Beispiel der Stärksten über die jeweils Schwächeren.

 

Um dies zu verdeutlichen zog Brüning ein Beispiel heran. Die Geschichte „Der Verdacht“ von Friedrich Dürrenmatt, die von einem Arzt des Konzentrationslagers Stutthoff handelt, der dort grausame Experimente mit Menschen gemacht hat. „Als ich begriffen habe, dass da niemand über uns ist und dass ich tun und lassen kann was ich will, da habe ich mir diese Freiheit genommen“, rechtfertige der Arzt im Roman seine Taten.

 

So einfach sei es also wohl nicht mit der Freiheit, resümierte Brüning. Auch die Geschichte vom verlorenen Sohn sei eine Geschichte über einen gescheiterten Versuch, Freiheit auszuleben. Doch der verlorene Sohn, ganz im Gegenteil zum Arzt im Konzentrationslager, erkennt und kehrt um. Er habe inbrünstig um Vergebung gebeten: „Herr, ich habe Schuld auf mich geladen.“

 

Auch bei den Fürbitten stand die Freiheit im Mittelpunkt. Jürgen Nolting, Essinger Kirchengemeinderat, bat: „Herr – in vielen Familien ist der Dialog zwischen den Generationen verstummt.“ Das offene Gespräch sei dem Streit und den Vorhaltungen gewichen. „Lehre uns, unsere Kinder wieder als das zu akzeptieren, was sie sein wollen. Lass uns einander wieder neu respektieren, Zukunft gestalten lernen."

 

Chor und Posaunenchor sowie die Band „LayBack“ bereicherten die Church-Night mit musikalischen Beiträgen. Konfirmanden und Freiwillige hatten sich zudem an verschiedenen Stationen in der Kirche aufgestellt und gaben den Gottesdienstbesuchern Kärtchen mit Segenssprüchen an die Hand.Im Anschluss gab es einen „Luther-Imbiss“ und eine Filmnacht in der Kirche.

 

© Schwäbische Post 01.11.2011 - Susanne Rötter